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9. Juli - Tadoussac

Nach einer - für den ein oder anderen mehr oder weniger - ruhigen Nacht trafen wir uns wie verabredet zum Frühstück. Der insgesamt recht lockere Stil der Jugendherberge setzte sich auch hier fort. Frühstück konnte sich jeder selber in der Küche holen, ebenso wie Eier braten und Crepes machen. Dieses Angebot wollte sich natürlich keiner entgehen lassen und so kam es zu einigen Staus am Herd. Letztendlich wurden aber alle durch das reichhaltige Frühstück satt und es konnten die eigentlichen Vorhaben des Tages starten.
Als erster Programm-Punkt stand der Besuch des "Centre d'interprétation des mammifères marins" kurz CIMM an. Dieses liegt in der Bucht von Tadoussac und konnten wir somit bequem durch einen kleinen Spaziergang über einen Berg erreichen.

Im CIMM wurden wir von unserem persönlichen Guide Michael in Empfang genommen. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung gab es eine 20 minütige Film-Reportage über die Geschichte und Arbeit des GREMM - The group for research and education on marine mammals - zu welcher das CIMM gehört, zu sehen. Anschließend hatten wir ausreichend Zeit uns die schöne Ausstellung anzuschauen. Leider waren die Beschreibungen nur in Französisch, aber unser Guide stellte uns ein kleines Büchlein mit den übersetzungen aller Texte zur Verfügung. Die Ausstellung selber war sehr informativ und interaktiv gestaltet, mit Quizs und Informationen über die einzelnen Arten des Estuars, über die Evolution der Wale, über die Forschung, die Bedrohungen und vieles mehr. Auch stand Michael die gesamte Zeit für die vielen Fragen von uns zur Verfügung.

Nach dem Besuch des CIMM machten wir einen Spaziergang um die Landzunge zwischen der Bucht von Tadoussac und dem Sanguaney-Fjord, bevor wir uns um 13:00 mit Lauren zum Mittag essen treffen wollten. Dabei wurden auf dem Weg natürlich wieder alle Vögel und Pflanzen begutachtet und auch nach Walen Ausschau gehalten. Als wir wieder am Hafen angekommen sind wurden wie gleich von örtlichen Veranstaltern angesprochen, ob wir Interesse an einer Whale watching Ausfahrt hätten. Einige von uns hatten dies durchaus, haben sich aber im Endeffekt aufgrund mangelnder Zeit und hoher Kosten dagegen entschieden.

Zum Mittagessen haben wir uns nach einiger Beratung dann für ein Hühnchen-Grill-Restaurant entschieden und machten uns auf den Weg. Aber meistens kommt es doch anders und auf halben Weg bekam Thora einen Anruf von ..., einer Meeresforscherin von der Universität Montreal, mit der wir uns eventuell nach dem Mittag treffen wollten. Sie gab uns die Möglichkeit, am Nachmittag mit auf dem Forschungsboot raus zu fahren, um Wale zu sehen und die Forschung kennen zu lernen. Also verschoben wir unser Mittagessen in den Supermarkt und machten uns auf den Weg zum Hafen um sie zu treffen. Dort gingen wir zum Forschungsschiff und gerade als sie mit einer Einführung über ihre Arbeit und Forschungsaufgaben begann überrascht uns ein heftiger Regenschauer der uns nur noch in das nahe gelegene Informationscenter flüchten lies. Als es endlich aufhörte mussten wir uns entscheiden, wer mit auf das Boot durfte, denn es war leider nur Platz für 6-7 Personen. Also entschieden wir, dass alle die mit durften, die noch nie Wale gesehen hatten. Der Rest würde in der Zwischenzeit zu einem Vogelbeobachtungspunkt auf der anderen Seite der Bucht gehen.

Von dem Aussichtspunkt hatten wir einen guten Blick aufs Meer, doch leider holte uns auch hier wieder der Regen und sogar Gewitter ein. Zum Glück gab es einen Unterstand. Es konnten viele Vogelarten und sogar Wale gesehen werden, während die „Schiffsleute“ hingegen leider keinen einzigen Wal zu Gesicht bekamen.

Am späten Nachmittag war dann noch eine Biberbeobachtungstour geplant, die aber freiwillig war und an der somit nicht jeder teilnahm, was sicher nicht zuletzt an dem mittlerweile eingesetzten Dauerregen lag. Allerdings stellte sich schnell eine Ernüchterung ein, als der Guide für die ursprünglich kostenlos geplante Bibertour plötzlich von jedem 5 Dollar wollte. Somit wurde sich schnell von diesem getrennt und auf eigene Faust nach Bibern gesucht. Leider wurden keine gefunden.

Nach dem Abendessen, zu dem es Robbenfleisch gab, stand noch eine "Konferenz" am CIMM an. Hier erhielten wir von einer Mitarbeiterin einen Vortrag mit dem Titel "From Harpon to satelitte", welcher noch einmal im Detail die Geschichte, die Forschungsarbeit und einige Ergebnisse des GREMM vorstellte. Anschließend konnten wir noch Fragen stellen und es entwickelten sich einige interessante Diskussionen.
Am Ende klang der Tag dann wieder mit nordamerikanischer Musik in der Jugendherberge aus.